Einblick in die Arbeit von Pfarrer Marreddy in Nandyal

Seit 1988 gibt es  das persönliche Engagement von Friedrich (Fritz) Hägele und dem indischen Geistlichen Father B. Marreddy, die beide für in Armut und Ausweglosigkeit lebende Kinder der Dalit-Kaste Zukunftsperspektiven durch Bildung schaffen wollten. Es entstand der „Freundeskreis Indische Mission“ – und 30 Jahre lang unglaublich viel Hoffnungsvolles!

Nähere Informationen über die vielfältigen Aktivitäten: https://freundeskreis-indienhilfe.org/

Unterstützen können Sie Pfarrer Marreddy direkt über eine Spende auf das Treuhandkonto Freundeskreis Indienhilfe e.V.,  IBAN: DE 546149 0150 0131 0310 07
oder wenn Sie unseren beiden Missionsprojekten in Brasilien und Indien spenden wollen: Kath. Kirchenpflege Tailfingen, Stichwort "Missionsprojekte": IBAN: DE67 6535 1260 0031 7139 64


Neuigkeiten aus Indien von Pfarrer Marreddy

Corona-Pandemie
Viele haben durch die Corona-Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren und sind aus den Städten zu ihren Familien zurückgekehrt. Aber auch dort ist die Situation schwierig. Die medizinische Versorgung ist mangelhaft, es gibt keine Krankenversicherung.
Deshalb ist Hunger eine der Folgen der Pandemie.
Lebensmittelpakete
In den letzten Monaten, seit wir unter dem Corona-Virus leiden, haben wir über 1050 Lebensmittelpakete
verteilt an Familien, die unsere Hilfe benötigten in den Dörfern und in der Stadt Nandyal. Jede Tasche kostete mich ungefähr 10 Euro, was der Familie ungefähr ein paar Tage Unterstützung gab. Der Inhalt jeder Tasche war: 5 oder 10 kg Reis, 1 kg
Tamarinde, 1 kg Öl, 1kg Zwiebeln, 1 kg Gewürze, 500g trockene Kokosnuss, 250 g Safran, sowie Bade- und
Waschseifen, Hygieneartikel und Masken.

Schulen
Während die Geschäfte wieder öffnen und Fabriken wieder starten, sind unsere Schulen und Internate
noch immer geschlossen. Denn die Regierung hat bisher nur den High Schools gestattet, Unterricht für
die Schüler der 9. und 10. Klasse zu beginnen.
Besonders für Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen ist die Situation zuhause sehr
anstrengend.
Alle unsere Lehrer, Schwestern sind wohl auf und wir bereiten unsere Schule darauf vor, jederzeit zu öffnen.
Auch das Ausbildungszentrum für Krankenschwestern und das Zentrum für sehbehinderte Kinder in
Sugalimetta ist geschlossen und Kinder sind zuhause bei ihren Familien.
Wir müssen frühzeitig über ein Hygienekonzept in unseren Einrichtungen gegen die Ausbreitung von
Viren nachdenken. Das ist für uns eine schwierige Aufgabe.

Hausbau
In vielen Dörfern leben ganze Familien in kleinen Lehmhütten, in menschenunwürdigen Bedingungen.
Mit unseren Hausbauprojekten ermöglichen wir Familien der untersten Kaste sich ein wetterfestes
Haus zu bauen. Trotz Corona geht der Bau von Häusern für arme Familien weiter. Ich denke, 25
Häuser sind fertig und der Rest der Häuser befindet sich noch im Bau.

Liebe Gemeinde in Albstadt!
Ich hoffe, Sie bekommen einen kleinen Einblick in unsere Aktivitäten.
Vielen Dank für all Ihre Unterstützung für mich und meine Mission. Es ist eine großartige Unterstützung
von Ihrer Gemeinde.
Ich verspreche Ihnen allen meine Gebete.
Ihr Pfarrer Marreddy

 

Im November 2018 besuchte Michael Holl mit einer Reisegruppe Pfarrer Marreddy. Hier seine Eindrücke:

"Drei Bilder bringe ich mit von dieser eindrücklichen Reise:
Frohe Gesichter
Alle Einrichtungen waren ge­prägt von Men­schen, von Kin­­dern und Jugend­lichen, Be­­hinder­ten und Gesunden, Lehrerin­nen und Leh­rern, Kranken- und Ordens­schwes­tern, die uns in ihr Herz schlossen: Nicht nur Blumen­kränze, far­bi­­ge Punkte auf der Stirn und gemein­same Fotos, sondern noch mehr die großen Verständigungsversuche mit Hän­den und Füßen, die große Freude über unsere bloße Anwesenheit und der Wunsch nach Aufmerksamkeit waren es, die eine eigene Spra­che sprachen.

Noch ein zweites Bild brachte ich mit zu­rück:

Die Examens­feier von jun­­gen Kran­ken­­schwes­tern in Po­lur. Die (oft zu­recht) viel geschol­te­­ne katholische Kirche bildet hier junge Frauen aus, gibt ihnen damit die Möglichkeit zu einem selbst­­bestimmten Leben und einer sinnvollen beruflichen Zukunft und das in einem Land, in dem Frauen eine sehr niedrige soziale Stellung haben. Wir waren Ehrengäste – bei der Licht-Zeremonie – und ich dachte spontan an den Satz: „Es ist besser ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu schimpfen.“

Ein drittes Bild:

Wir wohnten in der Nähe des Schulhofes des Internates und der Schule der gehörgeschädigten Kin­der. Täglich neu wurden wir bestaunt, befragt, berührt, mit und ohne Worte, aber immer mit Herz. Als ich dann sah, dass ihr persönli­ches Hab und Gut in einen größeren Karton passt, verstärkte sich meine Frage: Was braucht es, um zufrieden zu sein? Und ich dachte beschämt daran, dass mein Reisekoffer für 10 Tage größer war als die meisten der Kartons der Kinder für das gesamte Schul­jahr im Internat. Doch wichtiger als die Größe und das Gewicht meines Koffers war das sichere Gefühl beim Abflug: Ich habe hier Freunde und Freundinnen gewonnen – und ich komme wieder."